In Erinnerung an Brigitte „Gitte“ Wolff (24.09.1943 – 05.03.2025)
verfasst von
Pascal
Lattreuter
Gitte Wolff war über viele Jahre das Gesicht des Damenhandballs in Nierstein – Trainerin, Mentorin, Antreiberin. Sie kannte den Sport aus eigener Erfahrung: Trikotnummer 11, links Rückraum und links Außen, 1,69 m, 60 kg. 1952-1977 trug sie das TVN-Trikot, danach ab 2002 wieder – mit Erreichtem, wovon viele träumen: Regionalliga als Spielerin, Regionalliga-Aufstieg als Trainerin.
Trainerin mit Handschrift: Gitte formte über Jahre unsere Damenmannschaft – klar im Ton, warm im Umgang, konsequent in der Sache. Auch außerhalb der Damen war sie als erfahrene Trainerin aktiv: mit ihrer Rückkehr 2002 betreute sie die männliche A-Jugend sowie die 1. Herrenmannschaft mit ihren von vielen Niersteiner Eigengewächsen geprägten Kadern. Die Berichte aus dieser Zeit lesen sich wie Gitte: nüchtern in der Analyse, fordernd im Anspruch, stolz auf jedes Tor, das gemeinsam erarbeitet wurde.
Anekdoten, die bleiben: Finthener Vorbereitungsturnier für die Saison 2003/04 – die Trikots wurden vergessen! Gerade noch rechtzeitig zum ersten Spiel kam durch Uwe Wolff ein Trikotsatz aus Schornsheim eingeflogen. Danach die „Kabinenpredigt“ und die Aufholjagd bis zum 2. Platz. Und die „Budenheim-Sekunde“ in der anschließenden Spielzeit: ein abgefälschter Freiwurf in letzter Sekunde – am Ende ein Remis. Am Montag darauf tat sie wieder das, was sie mitunter sehr gut konnte: das Team weiter entwickeln.
Mensch neben dem Feld: Lehrerin i. R., mit Liebe für Musik (Kuschelrock), ihren Garten und die Straußwirtschaften im Sommer – bodenständig, humorvoll, zugewandt. Viele von uns haben bei Gitte nicht nur Schrittarbeit, Sperren und Auslösehandlungen gelernt, sondern Haltung: miteinander, füreinander.
Danke, Gitte. Für klare Worte und offenen Blick. Dafür, dass Du Menschen zu Mannschaften gemacht hast. Wir tragen Deine Werte weiter – auf und neben dem Feld.
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